Häfen

von der Römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter

Laufende Arbeiten

Geoarchäologische Arbeiten im „Rungholt-Watt“: Bei ablaufendem Wasser wird die Ausrüstung zu einer ausgewählten Testfläche transportiert.
Geophysikalische Messungen im Bereich mittelalterlicher Kulturspuren.
Vorbereitung von Bohrungen im Watt nahe der Hallig Südfall.

Erste gezielte geomorphologische und geoarchäologische Voruntersuchungen im Wattgebiet der Hallig Südfall wurden bereits 2013 in Zusammenarbeit mit dem Nationalparkamt Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer durchgeführt. Im Fokus dieser Arbeiten stand die Untersuchung paläogeographisch wirksamer Küsten- und Umweltveränderungen vor dem Hintergrund holozäner Meeresspiegelschwankungen und Landgewinnungsmaßnahmen seit dem Beginn des Deichbaus. Zudem wurde erfolgreich geprüft, inwiefern komplexe geomorphologisch-geoarchäologische Arbeitsmethoden wie geophysikalische Prospektion und bohrungsgestützte stratigraphische Studien im semi-aquatischen Wattgebiet anwendbar sind. Aus geoarchäologischer Sicht wurde zudem die Erhaltung und Zugänglichkeit ausgewählter Kulturlandschaftsrelikte wie Reste von Warften, Brunnen- und Grabenanlagen im Wattenmeer untersucht.

Testflächen im Umfeld der Hallig Südfall wurden auf Basis historischer Kartenwerke, Fund-beschreibungen und aktuellen Luftbildern ausgewählt. Im Watt wurden bei Niedrigwasser geoelektrische Widerstandstomographien (ERT) mit einer Multi-Elektroden-Geoelektrik zur flächenhaften Erkundung des oberflächennahen Untergrunds durchgeführt. Damit gelang beispielsweise der Nachweis von Kulturspuren wie Gräben, Brunnen und Sielzügen unter jüngeren Sedimentüberdeckungen, aber auch die Detektion der mit diesen Kulturspuren in Verbindung stehenden alten Marschoberfläche. Ergänzend wurden Rammkernsondierungen bis in eine Tiefe von 8 m unter Geländeoberfläche (u. GOF) abgeteuft. Anschließend erfolgten im Labor hochauflösende Multi-Proxy-Untersuchungen zur Charakterisierung des Paläoumweltwandels, so zum Beispiel Korngrößenanalysen, Röntgenfluoreszenz-Analysen sowie Messungen der magnetischen Suszeptibilität. Damit konnten charakteristische geochemische Fingerabdrücke für verschiedene (Sediment-)Faziestypen erfasst werden. Schließlich wurden zur geochronologischen Einordnung Radiokohlenstoffdatierungen (14C-AMS) an organischen Stichproben durchgeführt, darunter an einem Holzüberrest mit eingearbeitetem Splint, der in der Verfüllung eines ehemaligen Grabens vorgefunden wurde.

Die Voruntersuchungen zeigen insgesamt ein sehr gutes Erhaltungspotential mittelalterlicher Kulturspuren im Bereich des Wattenmeers. Durch die Anwendung eines breiten Methodenspektrums der direkt Nachweis der Kulturlandschaftsoberfläche des 13. Jh. an unterschiedlichen Testflächen erfolgreich gelungen. Aus methodischer Sicht ist hierbei bedeutend, dass sämtliche geomorphologischen und geoarchäologischen Methoden ohne Qualitätseinbußen im Wattgebiet eingesetzt werden konnten.

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