Häfen

von der Römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter

Amphorenfunde aus Hafenanlagen

Amphoren aus dem römischen Hafen in Köln, in denen Waren transportiert worden sind
1. Projektphase (2012-2015)
Projektteam

Dr. Marcus Trier
Museumsdirektor
Römisch-Germanisches Museum der Stadt Köln/ Archäologische Bodendenkmalpflege
Roncalliplatz 4
50667 Köln
E-Mail.: marcus.trier(at)stadt-koeln.de
Tel.: 0221/221-24543

PD Dr. Alfred Schäfer
Römisch-Germanisches Museum der Stadt Köln/ Archäologische Bodendenkmalpflege
Roncalliplatz 4
50667 Köln
E-Mail: alfred.schaefer(at)stadt-koeln.de
Tel.: 0221/221-22991

Dr. Constanze Höpken
Römisch-Germanisches Museum der Stadt Köln/ 
Archäologische Bodendenkmalpflege
Roncalliplatz 4
50667 Köln
E-Mail: hoepkenc(at)uni-koeln.de

Projektbeschreibung

Der Hafen der Colonia Claudia Ara Agrippinensium lag ursprünglich in einer Nebenrinne des Rheins unter der heutigen Kölner Altstadt. Aus der Rheinaue steigt das Gelände nach Westen um fast 10 m zum hochwassersicheren Geländeplateau der Innenstadt an. Das bis zu 14 m tief unter der modernen Stadt liegende Hafenbecken wird bei "normalen" Baumaßnahmen nicht erreicht. Die außergewöhnlich tief reichenden Bauarbeiten der U-Bahn ermöglichten es erstmals, große Teilflächen des Rheinhafens freizulegen.

In den Füllschichten des Hafens fanden sich riesige Mengen Tierknochen, Austern, zerbrochene Gefäßkeramik, Holzobjekte und andere Gegenstände des täglichen Gebrauchs. Geborgen wurden fast zwei Millionen Objekte, darunter rund 350 Amphorenfragmente mit Pinselaufschriften. Die beschrifteten Amphoren belegen den Import von Wein, Öl, Fischsoße und anderen Lebensmitteln aus der mediterranen Welt nach Köln. Nachweisen lassen sich Weine aus Südspanien, Südfrankreich, Italien, Kreta und von der kleinasiatischen Küste. Olivenöle stammen aus Spanien und Nordafrika, Würzsoßen aus Spanien und Süditalien. Mit den Kölner Tituli ist ein unerwarteter Einblick in den mediterranen Warenstrom an den Rhein im 1. Jh. und zu Beginn des 2. Jhs. gelungen. Inwieweit diese Beobachtungen anhand der beschrifteten Amphoren repräsentativ sind, kann nur die Bearbeitung des Kölner Gesamtbefundes zeigen. Die geplante Untersuchung zu den römischen Amphorenfunden aus den Hafenanlagen Kölns und benachbarter Siedlungen am Rhein hat außerdem zum Ziel, anhand der überlieferten Scherben das breite Spektrum des römischen Warenverkehrs in ausgewählten Zentren am Rhein zu erfassen. Ausgangspunkt der Analyse sind die ca. 90.000 Amphorenfragmente aus dem Rheinhafen Kölns. Um die Bedeutung der CCAA als wichtigen Warenumschlagsplatz darzustellen, werden Vergleiche zu benachbarten Zentralorten, wie beispielsweise Bonn, gezogen.

Literatur zu Amphorenfunden:

Beek et al. 1997: R. van Beek/J. H. Crouwel/R. F. Docter/V. V. Stissi/W. Z. Wendrich, De oudheid verpackt. Uitgave van Topa holding behorend bij de tentoonstelling in het Allard Pierson Museum ter gelegenheid van het 75 jarig bestaan van de Topa Groep (Amsterdam 1997).

Daubner/Fiedler 2010: F. Daubner / M. Fiedler, Eine römische Scherbe aus Assuan vom Alter Markt in Köln. In: Th. Otten / H. Hellenkemper / J. Kunow / M. M. Rind (Hrsg.), Fundgeschichten – Archäologie in Nordrhein-Westfalen 9 (Mainz 2010) 534.

Ehmig 2003: U. Ehmig, Die römischen Amphoren aus Mainz. Frankfurter Archäologische Schriften 4 (Möhnesee 2003).

Ehmig 2007: U. Ehmig, Tituli picti auf Amphoren in Köln. Kölner Jahrbuch 40, 2007, 215–322.

Ehmig 2009: U. Ehmig, Tituli picti auf Amphoren in Köln II. Kölner Jahrbuch 42, 2009, 393–446.

Ehmig 2010: U. Ehmig, Pinselaufschriften aus Köln. In: Th. Otten/H. Hellenkemper/J. Kunow/M.M. Rind (Hrsg.), Fundgeschichten – Archäologie in Nordrheinwestfalen. Schriften zur Bodendenkmalpflege in Nordrhein-Westfalen 9 (Mainz 2010) 524.

Ehmig 2012a: U. Ehmig, Tituli Picti auf Amphoren in Köln. Anmerkungen zu Kölner Jahrbuch 40, 2007, 215-322. In: M.E. Fuchs/R. Sylvestre/C. Schmidt Heidenreich (Hrsg.), Nouveautés et réflexions. Inscriptions mineures. Actes du premier colloque Ductus (19-20 juin 2008, Université de Lausanne), Bern 2012, 71–73.

Ehmig 2012b: U. Ehmig, Einzigartiger Verpackungsmüll. In: M. Trier/F. Naumann-Steckner (Hrsg.), ZeitTunnel. 2000 Jahre Köln im Spiegel der U-Bahn-Archäologie (Köln 2012) 64–67.

Fiedler 2012: M. Fiedler, Vom Nil an den Rhein – ein ägyptischer Import in Köln. In: M. Trier / F. Naumann-Steckner (Hrsg.), ZeitTunnel. 2000 Jahre Köln im Spiegel der U-Bahn-Archäologie (Köln 2012) 142–143.

Liesen 2004: B. Liesen, Römische Importkeramik in Köln. Eine Bestandsaufnahme. Kölner Jahrbuch 37, 2004, 463-487.

Martin-Kilcher 1987/1994: S. Martin-Kilcher, Die römischen Amphoren aus Augst und Kaiseraugst. Ein Beitrag zur römischen Handels- und Kulturgeschichte. Forschungen in Augst 7 (Augst 1987/1994).

Schimmer 2012: F. Schimmer, Amphoren aus Cambodunum/Kempten. Ein Beitrag zur Handelsgeschichte der römischen Provinz Raetia. Münchner Beiträge zur provinzialrömischen Archäologie 1. Cambodunumforschungen 7 (Wiesbaden 2009).

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