Häfen

von der Römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter

Bonn und Drachenfels bei Königswinter

Der vermutete Hafen vor dem Bonner Legionslager
Der Drachenfels bei Königswinter auf dem Gestein abgebaut wurde und an dessen Fuß ein römischer Hafen vermutet wird
Stein mit Schalrinnen - Spuren römischer Steinbruchtätigkeit
1. Projektphase (2012-2015)
Projektteam

Prof. Dr. Dr. h.c. Jan Bemmann
Universitätsprofessor
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie
Regina-Pacis-Weg 7
E-Mail: jan.bemann(at)uni-bonn.de
Tel.: 0228/73-7325

Prof. Dr. Michael Schmauder
Abteilungsleiter LVR-LandesMuseum Bonn
Colmantstr. 14-16
53115 Bonn
E-Mail: michael.schmauder(at)lvr.de
Tel.: 0228/2070-0

Dr. Manuela Mirschenz
LVR-LandesMuseum Bonn
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie
Regina-Pacis-Weg 7
53113 Bonn
E-Mail: manuela.mirschenz(at)lvr.de
Tel. 0228-2070-248

Projektbeschreibung

In den 1970er Jahren wurde erstmals vermutet, dass sich hinter einem sichelförmigen, etwa 500 m langen Steinwall, der sich in Königswinter im Rhein abzeichnet, ein römerzeitlicher Hafenbau verbergen könnte (Röder 1974, 534 ff.). Etwas später überflog ein Luftbildarchäologe die Region und entdeckte in Bonn eine ganz ähnliche Situation, die er in Analogie zu Königswinter ebenfalls als Hafen deutete (Sölter 1981, 225). Beide Wälle liegen an Stellen, die in der Römerzeit Bedeutung besaßen und an denen sich deshalb tatsächlich Häfen befunden haben könnten. Der Wall in Bonn befindet sich direkt vor dem Bonner Legionslager, der von Königswinter am Fuß des Drachenfels. Der Drachenfels ist ein Berg im rechtsrheinischen Siebengebirge. Er besteht aus Trachyt, einem Gestein, das sich zu Bauzwecken eignet und in Steinbrüchen gewinnen ließ. Sein Abbau lohnte sich insbesondere deshalb, weil er an der Grenze zum steinarmen Niederrheingebiet ansteht und sich sein Transport bequem über den Rhein bewerkstelligen ließ. Tatsächlich finden sich stromabwärts, beispielsweise in Bonn, Köln und Xanten römische Baureste, in denen Trachyt nachweisbar ist. Zudem hinterließen die Römer Spuren auf dem Drachenfels, die von ihrer Steinbruchtätigkeit herrühren und die sich trotz starker Überprägung des Geländes durch mittelalterliche und neuzeitliche Steinbrüche bis heute erhalten haben.

Da beide Plätze durch ihre Lage im Strom mit gewöhnlichen archäologischen Methoden nicht zu untersuchen sind, soll durch Prospektionen herausgefunden werden, ob es sich tatsächlich um Häfen handelt. Als Maßnahmen sind Rammkernbohrungen, die Erstellung einer Bathymetrie mittels Sediment-Echolot sowie geophysikalische Messungen geplant. Sollten sie gute Ergebnisse liefern, werden auch Forschungstaucher zum Einsatz kommen. Vom Drachenfels selbst wurde bereits ein Airborne Laserscan angefertigt, der es nun ermöglicht, die Steinbrüche zu lokalisieren und eine gute Grundlage für gezielte Untersuchungen im Gelände bildet. Zudem ist als Fallbeispiel für Gütertransporte über den Rhein die systematische Erfassung der Verbreitung des verschifften Trachyts in Arbeit.

Literatur:

J. Röder, Römische Steinbruchtätigkeit am Drachenfels. Bonner Jahrbuch 174, 1974, 509–544.

W. Sölter, Das Römische Germanien aus der Luft (Bergisch Gladbach 1981).

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